Der 1. Airbrusher-Stammtisch

Der folgende Artikel erschien in der Ausgabe 2/86 der gedruckten Airbrush-Zeitung. Er belegt, dass die auch heute noch sehr attraktive Idee eines Stammtisches und die eines Wettbewerbs nicht ganz neu sind. Damals schon (es war Januar 1986) hatte der Luftpinsel eine große Fangemeinde.

Ich habe den Artikel zum Anlass genommen, um eine Seite mit Airbrush-Links einzurichten, auf der ich vorrangig nichtkommerzielle Links aufnehmen werde. Begonnen habe ich mit Internetseiten von Clubs und Stammtischen sowie anderen Infoseiten zum Thema Airbrush.

Der 1.”Airbrusher-Stammtisch” der Bundesrepublik hat in München stattgefunden.

Abbildung 1Der Gedanke, Ideen und Erfahrungen auszutauschen, ist ja nicht unbedingt „Airbrusher-typisch”. Normalerweise hörte man von dieser Spezies eher, sie sei kontaktarm, schotte sich ab und arbeite so allein, wie möglich. Seit dem Münchner Stammtisch ist dieses Vorurteil wohl endgültig widerlegt.

Geistige Väter des Stammtisches waren die Absolventen von Airbrush-Seminaren, die der Münchner Grafik-Fachhändler XYLO zusammen mit dem Chefredakteur dieser Zeitung seit 1984 veranstaltet. Immer wieder wurde nämlich während der Seminare der Wunsch nach mehr Kommunikation geäußert. Eine Idee, die auf fruchtbaren Boden fiel.

Wichtig für die Realisation dieser Idee war natürlich auch das Engagement von XYLO für die immer aktiver werdenden Airbrusher. Ohne Herrn Prien, den Inhaber von XYLO, wäre die Veranstaltung sicherlich nicht so schnell zustande gekommen. Er sorgte für einen ent- und ansprechenden Rahmen und stellte die Preise für den Wettbewerb zur Verfügung.

Abbildung 4Die Einladungen gingen Anfang Januar 1986 raus, als Termin stand der 21. Januar fest. Verbunden mit dem Stammtisch war ein Wettbewerb um die „Goldene Spritzpistole”: Jeder sollte die Möglichkeit erhalten, seine im Kurs erlernten Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Neben der symbolischen Anerkennung in Form einer massiv goldenen Miniatur-Spritzpistole gab es Einkaufsgutscheine für die Sieger.

Die Resonanz war besser, als er-wartet. Über 70 (in Worten: siebzig!) Arbeiten wurden eingesandt. Die Qualität der Illustrationen war ebenfalls über Erwarten hoch. Für die anwesende Jury zeichnete sich eine schwere Aufgabe ab.

Sie bestand aus Herrn Manfred Popp, Dozent für Airbrush-Technik in München, Herrn Willi Berger, Leiter mehrerer Airbrush-Seminare in ganz Deutschland, Herrn Peter Prien, dem Inhaber von XYLO und Herrn Michael Mette, ebenfalls Seminarleiter bei vielen Kursen und Herausgeber dieser Zeitung. Außerdem wurden noch die Meinungen aller anwesenden Stammtisch-Teilnehmer zur Auswertung herangezogen.

Abbildung 2Sieger – und damit erster Gewinner der „Goldenen Spritzpistole” wurde Peter Kugolowski aus Albstadt. Sein Bild mit dem Titel „Trompete” wurde von allen Juroren auf den 1. Platz gewertet.

Peter Kugolowski, 27 Jahre alt, begann seine „Karriere” mit einer Lehre als Maler und Lackierer, wurde danach Textilmustergestalter und befasst sich inzwischen seit 5 Jahren mit der Airbrush-Technik.

Auch sein Chef, Wolfgang Festini aus Albstadt, nahm am Wettbewerb teil und belegte den 2. Platz mit seinem Bild „Football”. Dieses Bild haben wir im Rahmen der LESERGALERIE auf Seite 27 abgebildet. In dieser Rubrik sind auch noch einige andere Werke der beiden ersten Preisträger zu sehen.

Abbildung 5Den 3. Rang belegte Jürgen Hoffmann aus München mit seinem Bild „Energie aus dem Meer”. Auch davon konnten wir uns eine Abbildung nicht verkneifen.

Nach dem offiziellen Teil des Abends entwickelte sich dann das, was man am besten mit „regem Gedankenaustausch” beschreiben kann. Endlich einmal wurde nicht vorsichtig abgewogen, welche Informationen man weitergeben konnte oder auch nicht, sondern frei von der Leber weg gefachsimpelt. Die Atmosphäre eines echten Stammtisches kam auf.

Abbildung 3Eine nette Geschichte am Rande: zwei der über 50 Teilnehmer des 1. Airbrusher-Stammtisches kamen sich bei der Begrüßung bekannt vor. Im Laufe des Gespräches fanden sie heraus, dass sie beide vor rund 20 Jahren zusammen in München beim gleichen Dozenten studiert hatten. Danach verloren sie sich aus den Augen. Erst durch das gemeinsame Interesse an einer faszinierenden Technik trafen sie wieder aufeinander.

Fazit: Eine rundum gelungene Veranstaltung, dieser Airbrusher-Stammtisch. Kommunikation innerhalb der Kommunikationsbranche sollte doch wieder erheblich größer geschrieben werden. In München liegt der nächste Termin für einen Stammtisch schon fest. Es ist der 26. April und möglicherweise werden wir auch darüber wieder ein paar Zeilen schreiben.

Wir von der AIRBRUSH-ZEITUNG werden versuchen, engagierte Händler auch anderswo für ähnliche Aktivitäten zu motivieren. Sollten wir mit diesem Artikel bereits Interesse geweckt haben, rufen Sie bitte hemmungslos bei uns an. Dies Angebot gilt natürlich auch für Interessenten an den vorgestellten Illustratoren.

 

 

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