Andreas Härlin
Das Interview aus Ausgabe 2/87
Natürlich ist Andreas Härlin inzwischen auch im Internet vertreten. Seine Homepage finden Sie unter http://www.andreas-haerlin.de/index.html
Der Illustrator Andreas Härlin

Das Gespräch mit Andreas Härlin hatte eine ziemlich lange Anlaufphase. Bereits kurz nach dem Erscheinen unseres ersten Heftes der AIRBRUSH-ZEITUNG war dieser Illustrator von sich aus an uns herangetreten und hat uns eine Auswahl seiner Arbeiten geschickt.
Dass wir Andreas Härlin nun in dieser Ausgabe ausführlicher vorstellen zeigt, dass wir solche Kontakte nicht einfach zu den Akten legen. Wie sich wahrscheinlich die meisten vorstellen können, sind wir zwar gerade mit Illustratoren für unser Interview auf längere Sicht ganz gut ausgelastet – aber mit etwas Geduld kann jeder zum Zuge kommen. Nur: Illustratoren, von denen wir nichts wissen, können wir natürlich auch nicht vorstellen.
Airbrush-Zeitung: Herr Härlin, Sie haben, wie Sie mir erzählten, Retuscheur gelernt. Wurde während Ihrer Ausbildung denn die Airbrush-Technik bereits behandelt?
Andreas Härlin: Sogar sehr ausführlich. Retusche ohne die Spritzpistole war schon währende meiner Lehrzeit kaum vorstellbar.
Natürlich habe ich nicht gleich mit einer Spritzpistole angefangen, sondern ganz konventionell erst mal mit Stift und Pinsel. Eine ganze Menge Training, gerade in der ersten Zeit, umfaßte Bleistiftzeichnungen. Erst ganz naturalistisch, dann konzentrierte ich mich im nächsten Schritt auf Strichumsetzungen in Schwarz/Weiß.
An eine Übung erinnere ich mich besonders: Tagelang habe ich versucht, mit dem Pinsel am Lineal entlang gerade – und vorallendingen gleichmäßige – Linien zu ziehen. Das war echt harte Arbeit.
Erst nach ein paar Wochen solcher Vorübungen durfte ich mit den ersten einfachen Spritzarbeiten beginnen. Flächen, Kugeln oder Rohre gehörten dazu. Auch schon die Darstellung verschiedener Materialien. Und auf dieser Basis folgten als nächstes die ersten richtigen Retuschearbeiten wie zum Beispiel Lackdeckungen, Hintergründe abdecken und so weiter.
Airbrush-Zeitung: Was bedeutet „Lackdeckungen“?
Härlin: Wir verwendeten für diese Technik einen speziellen Retusche-lack, einen ziemlich zähen, roten Lack. Damit wurden die Fotopartien, die nicht bearbeitet werden sollten, abgedeckt. Dieser Lack wird mit dem Pinsel aufgetragen und wenn man die restlichen Teile überspritzt hatte, konnte man ihn mit Tesafilm wieder abziehen.
Airbrush-Zeitung: Haben Sie damals auch schon andere Abdeckmaterialien ausprobiert?
Härlin: Viel haben wir nicht gekannt. Inzwischen hat sich das aber doch gebessert. Heute verwende ich ganz gerne auch mal Rubbelkrepp zum Abdecken – allerdings nicht bei Fotoretuschen, sondern nur bei Illustrationen auf Karton.
Airbrush-Zeitung: Lassen Sie uns nochmal zurückkommen auf Ihre Ausbildung. In welcher Art Lehrbetrieb haben Sie sie denn gemacht?
Härlin: Das war eine Abteilung innerhalb einer Reproanstalt. So richtig mit Berufsschule und Berichtsheft und so weiter. Im Gegensatz zu heute ging’s bei dieser Lehre aber ausschließlich um Retusche. Soweit ich weiß, wird ja den jetzt ausgebildeten „Druckvorlagenherstellern“ die Retusche nur ganz am Rande beigebracht.
Airbrush-Zeitung: Könnten Sie denn den interessierten Lesern einen Tipp geben, wo man noch „richtig“ Retuscheur lernen kann?
Härlin: Man muss suchen. Einige von den alten Kollegen sind immer noch bereit, ihr Wissen weiterzugeben. Allerdings glaube ich, dass diese Ausbildungswege nicht mehr staatlich anerkannt sind. Doch andererseits – wozu brauche ich eine amtliche Beglaubigung, wenn die Leistung, die ich bringe, dank einer fundierten Ausbildung den Anforderungen entspricht?
Airbrush-Zeitung: Schließen wir Ihre Lehrzeit mit Ihren persönlichen Daten. Wie alt sind Sie und wann haben Sie die Lehre gemacht?
Härlin: Ich bin am 22. Januar 1951 geboren. Nach der Schule war ich dann ein Semester auf der Werkkunstschule in Augsburg. Dort konnte ich – ein wenig aus schulpolitischen Gründen – allerdings nicht so recht weiterkommen und ich begann eine Schriftsetzerlehre. Leider ging das nur bis zur Pleite meiner Ausbildungsfirma gut und danach musste ich mir wieder was Neues einfallen lassen. Das war die bereits angesprochene Lehre als Retuscheur. Begonnen habe ich sie 1970 und sie hat zweieinhalb Jahre gedauert.
Mein Lehrmeister von damals, Fritz Kraus, hat mich fachlich hervorragend ausgebildet. Und auch menschlich kam ich mit ihm bestens zurecht. Mit meinem Chef hatte ich da schon mehr Probleme. Ich habe mich damals gewerkschaftlich ziemlich engagiert in der Jugendvertretung meines Betriebes. Die Quittung für dieses Engagement bekam ich dann auch prompt in Form einer Kündigung. Und obwohl ich den folgenden Arbeitsprozess gewonnen habe, hatte ich natürlich kein großes Interesse mehr, in dieser Firma zu bleiben.
Als mir ein Kollege, der früher auch in meiner Ausbildungsfirma arbeitete, das Angebot machte, bei ihm mitzumachen, habe ich darum nicht lange gezögert und zugegriffen. Von 1973 bis 1980 blieb ich dort
Airbrush-Zeitung: Umfasste Ihr Arbeitsbereich nur Retusche oder haben Sie sich auch auf anderen Gebieten betätigt?
Härlin: Wie das häufig in kleinen Firmen ist, müssen die Mitarbeiter alle Arbeiten machen, die anfallen. Ich habe vom Visitenkärtchen bis zum kompletten Katalog eigentlich alles auf den Tisch bekommen, was man sich vorstellen kann. Und zwar vom ersten Entwurfskribble bis zur fertigen Reinzeichnung.
Mit den Jahren bildete sich aber doch ein Schwerpunkt auf dem Retuschesektor heraus. Viele meiner alten Kollegen wechselten später ebenfalls zu uns, da meine frühere Ausbildungsfirma diese Abteilung praktisch aufgelöst hatte.
Mein Arbeitsgebiet verschob sich immer mehr in Richtung Retusche. Einige Zeit habe ich fast ausschließlich retuschiert Aber nebenbei habe ich mich auch autodidaktisch weitergebildet in der Illustration. Ich hatte ja immer schon sehr gerne und viel gezeichnet und so ergab sich dieser Weg wie von allein.
Die Arbeiten, die uns Andreas Härlin seinerzeit für den Abdruck in der Airbrush-Zeitung zur Verfügung stellte, finden Sie in der folgenden Galerie:
Airbrush-Zeitung: Wie ging es nach 1980 weiter?
Härlin: In den letzten Jahren in dieser Firma hatte ich auch häufig im Kundenkontakt gearbeitet. Und dabei habe ich feststellen können, dass ein recht großes Interesse an Spritzillustrationen besteht. Also habe ich mich 1980 auf diesem Gebiet selbständig gemacht.
Wie, glaube ich, jeder Einsteiger, habe ich recht klein und vorsichtig begonnen. Dank meiner Erfahrungen im Außendienst und auch der dabei gewonnenen Kontakte hatte ich aber von Anfang an kaum Schwierigkeiten. Ich komme, als Ausgleich zu der oft sehr pingeligen Arbeit, die ich als Illustrator mache, recht gerne mit Kunden zusammen und empfinde das Akquirieren durchaus nicht als „Klinkenputzen“.
Airbrush-Zeitung: Sind Sie eigentlich vom Finanzamt als Freiberufler anerkannt?
Härlin: Ja. Das ist vielleicht für unsere jungen Kollegen ganz interessant: Gleich, als ich mich selbständig gemacht habe, habe ich mich um Aufnahme in den Verband bildender Künstler in Stuttgart bemüht. Man musste dort eine Art Aufnahmeprüfung machen und ein paar seiner Arbeiten zur Begutachtung einreichen. Nachdem ich dann aufgenommen worden war, hatte ich beim Finanzamt automatisch den Status eines freischaffenden Künstlers. In Zahlen ausgedrückt heißt das, ich rechne mit 7 Prozent Mehrwertsteuer ab und zahle keine Gewerbesteuer.
Den Verband bildender Künstler gibt es sicher nicht nur in Stuttgart und ich kann nur jedem, der sich als Illustrator niederlassen will, empfehlen, sich ebenfalls auf diesem – oder einem ähnlichen – Weg seine Künstlereigenschaft vor dem Fiskus bestätigen zu lassen.
Airbrush-Zeitung: Das war sicher ein sehr nützlicher Tipp.
Kommen wir jetzt zu Ihrer Arbeitsweise. Können Sie sich noch erinnern, mit welchen Spritzpistolen Sie angefangen haben?
Härlin: Natürlich, aber lassen Sie mich ein wenig ausholen. Meine ganze Arbeitsweise ist, sicher auch durch die Retuscheurslehre, ziemlich orthodox. So gab es während meiner Ausbildung zum Beispiel noch keine wirklich brauchbaren Kompressoren. Deswegen haben wir immer nur mit Kohlensäureflaschen als Antrieb gearbeitet. Auch heute noch will ich darauf nicht verzichten.
Zwar habe ich mir vor kurzer Zeit einen dieser neuen, leisen Kompressoren zugelegt, aber ich denke, da muss ich mich erst dran gewöhnen. Noch fahre ich zweigleisig. Wahrscheinlich stelle ich mich früher oder später aber auf Kompressor um, denn inzwischen ist deren Leistung wirklich ausgezeichnet. Was ich sagen will ist, dass neue Technik sich bei mir nicht automatisch und blitzschnell durchsetzt, sondern ich muss mich daran gewöhnen. Bei meinen Spritzpistolen ist das genauso. Bis heute habe ich ausschließlich mit der EFBE gearbeitet. Damit hatte ich eben gelernt.
Airbrush-Zeitung: Welches Modell?
Härlin: Ich habe zwei: für feine Arbeiten eins mit einer 0,15 mm-Düse und für größere Flächen eins mit einer 0,30 mm-Düse.
Airbrush-Zeitung: Single- oder Double-Action-Bedienungshebel?
Härlin: Single-Action. Damit habe ich das Spritzen gelernt und damit kann ich noch heute am besten arbeiten.
Leider habe ich mit meine ersten eigenen Spritzpistolen dummerweise mit ein paar Motorradtank-bemalungen kaputtgemacht.
Airbrush-Zeitung: Aha, Sie haben also mit Autolack gespritzt, oder?
Härlin: Ja, und das war eine recht teure Erfahrung, die ich dabei gemacht habe. So feine Instrumente, wie meine 0,15er EFBE vertragen sich nicht besonders gut mit Autolacken. Später habe ich mir besonders für Lackarbeiten eine einfache und preiswerte Paasche-Pistole zugelegt. Natürlich kann ich die nicht in der Illustration einsetzen, dafür ist sie einfach zu grob.
Airbrush-Zeitung: Welchen Stellenwert nimmt denn die Pflege der Spritzpistolen bei Ihnen ein?
Härlin: Einen sehr hohen! Schon während meiner Lehre war es so, dass ich, ehe ich die Pistole in die Hand bekommen habe, erst mal lernen musste, wie ich sie zu pflegen hatte. Das ist mir in Fleisch und Blut übergegangen.
Eigentlich sollte es jedem klar sein, dass man, bei einem Farbwechsel zum Beispiel, auch einmal die Nadel ausbauen muss, um die Pistole gründliche zu reinigen. Es reicht einfach nicht, nur Reinigungsmittel durchzuspritzen. Die alte Farbe setzt sich in allen möglichen Ecken fest, besonders dort, wie die Nadel in das Farbnäpfchen der Pistole kommt. Diese Farbe kriegt man nur mit ausgebauter Nadel aus dem Gerät.
Dabei fällt mir ein, dass man im Umgang mit der Nadel recht vorsichtig sein sollte. Besonders die Spitze ist sehr empfindlich und es ist schnell passiert, dass man sie verbiegt. Ein klein wenig Feinmechaniker sollte der Airbrush-Illustrator deswegen auch sein.
Ich persönlich schleife meine Nadeln, wenn sie nicht hundertprozentig gerade an der Spitze sind, auf einem Arkansasstein nach. Unter der Lupe prüfe ich das Ergebnis. Erst wenn auch das kleinste Häkchen verschwunden ist, arbeitet die Pistole wieder einwandfrei.
Vielleicht hat der eine oder andere schon mal ein „Spucken“ seiner Pistole bemerkt. Das liegt meistens an einer defekten Nadelspitze.
Airbrush-Zeitung: Gibt’s eigentlich Ihrer Erfahrung nach für die Spritzpistole – außer Autolacken – noch andere gefährliche Farben?
Härlin: Die gibt es sicher. Ich würde zum Beispiel nicht unbedingt in meiner 0,15 mm-Düse mit Acryl arbeiten. Selbst bei sorgfältigster Pflege bleiben geringe Farbreste in der Pistole zurück, die eine so feine Düse recht schnell verstopfen können.
Airbrush-Zeitung: Mit welchen Farben arbeiten Sie denn überwiegend?
Härlin: Ich sagte ja schon, dass ich nicht dazu neige, immer wieder andere, neue Sachen auszuprobieren. Bei Farben geht’s mir da nicht anders. Von Anfang an habe ich nur gute Erfahrungen mit den Retuschefarben von Schmincke gemacht und mit denen arbeite ich heute noch.
Natürlich lehne ich neue Farben nicht grundsätzlich ab. Wenn ich kann, teste ich sie auch und ich muss sagen, es gibt da einige sehr gute Sorten auf dem Markt. Nur habe ich mich eben so an „meine“ Farben gewöhnt, dass ich immer wieder darauf zurückgreife.
Vielleicht sollte man an dieser Stelle einmal kurz auf einen bei Außenstehenden weit verbreiteten Irrtum hinweisen. Obwohl man ja mit deckenden Pigmentfarben arbeiten kann, ist dies eine recht zeitintensive Technik. Man muss mehrere Schichten Farbe übereinander legen, ehe man eine Fläche wirklich abdeckt.
Jeder, der schon mal einen großen Verlauf, sagen wir mal ca. 50 x 60 cm, gespritzt hat, weiß, dass er dafür mindestens einen halben Tag Arbeit benötigt. Nur unsere Kunden scheinen das nicht glauben zu wollen.
Airbrush-Zeitung: Ein paar Worte bitte noch zu Ihrer Technik. Setzen Sie ausschließlich die Spritzpistole ein oder kombinieren Sie sie auch mit anderen Techniken?
Härlin: Natürlich mische ich die Techniken untereinander. Nur die Spritzpistole ergibt viel zu glatte, regelrecht sterile Flächen, die mir nicht gut gefallen. Das kann zwar bei technischen Darstellungen angebracht sein, sobald aber mehr natürliche Motive verlangt werden, setze ich gerne Tempera und Pinsel ein, um eine lebendigere Wirkung zu erzielen.
Genauso gerne verwende ich auch Buntstifte oder ich kratze Lichter mit der Klinge heraus. Eine feste Regel gibt es dafür eigentlich nicht. Es hängt immer von der Aufgabenstellung ab.
Airbrush-Zeitung: Gut, sprechen wir noch kurz über sonstige Materialien, mit denen sie arbeiten. Härlin: Zum Maskieren verwende ich hauptsächlich selbstklebenden Frisk-Film und nicht haftende, dünne Ultraphanfolie. Als Untergrund für meine Illustrationen bevorzuge ich den dicken Schoellershammer-Reinzeichenkarton.
Airbrush-Zeitung: Für scannergerechte Vorlagen muss man aber doch gelegentlich auch 250 g-Karton einsetzen, oder?
Härlin: Wenn es der Kunde ausdrücklich wünscht, natürlich. Aber lieber ist mir doch der stärkere Karton. Manchmal kann man mit klassischer Lithographie und einem guten Dia aus einer Arbeit mehr herausholen als mit einem Scanner. Aber heutzutage ist das natürlich auch eine Frage der Kosten und sehr wichtig – der Geschwindigkeit
Airbrush-Zeitung: Leiden Sie oder Ihre Arbeit unter Zeitdruck?
Härlin: Darunter leide nicht nur ich. Ich bin überzeugt, das geht allen Illustratoren ähnlich. Mein Termindruck ergibt sich aus der Tatsache, dass ich hauptsächlich für Werbeagenturen arbeite und bei denen geht es immer recht hektisch zu.
Diese Zeitnot ist übrigens auch einer der Gründe, warum ich nicht oft dazu komme, neue Materialien und Geräte auszuprobieren. Was man sich als freiberuflicher Illustrator nämlich in keinem Falle erlauben kann, ist, irgendeinen Auftrag zu verhunzen und dann am nächsten Tag wieder von vorne anzufangen.
Airbrush-Zeitung: Wie gehen Sie denn an einen Auftrag heran? Woher nehmen Sie Ihre Vorlagen?
Härlin: Mein wichtigstes Archiv ist mein Kopf. Zuerst einmal greife ich auf im Gedächtnis gespeicherte Motive zurück und beginne mit einigen groben Skizzen. Erst danach suche ich, meist aus Bergen von alten Zeitungen, nach konkreten Fotovorlagen, die ich in meine Skribbles einarbeite. Was ich in Zeitungen nicht finde, fotografiere ich auch oft einfach nur mit meiner Polaroid-Kamera. Für manche Agenturen reicht diese Vorbereitung zu Beurteilung eines Auftrages bereits aus.
Bei anderen wiederum muss man weitergehen und Reinlayouts abliefern, weil auch oft der eigentliche Kunde vorher sehen muss, was er von mir bekommt
Schrittweise wächst dann das Motiv. Meistens ist es bei mir so, dass ich mit Bleistift auf Transparentpapier von Phase zu Phase immer detaillierte arbeite, bis schließlich die endgültige Vorzeichnung fertig ist Diese lasse ich vom Kunden absegnen, ehe ich mit der farblichen Ausarbeitung beginne.
Airbrush-Zeitung: Das klingt, als wären Sie bei der Auswahl Ihrer Motive völlig unabhängig. Meist ist es aber doch so, dass der Art-Director in der Agentur Ihnen schon ganz konkrete Vorstellungen auf den Tisch legt, die Sie letztlich nur noch ausführen müssen. Schränkt Sie so etwas in Ihrer Kreativität ein?
Härlin: Vorgaben in kreativer Hinsicht waren für mich nie ein Problem. Immerhin komme ich aus der Retusche, wo man noch eingeschränkter in seinen Entfaltungsmöglichkeiten ist Erst seit ich mich selbständig gemacht habe, leiste ich mir den „Luxus“ der freien Arbeiten.
Dass ich mich über kreative Jobs, wo ich in keiner Weise eingeschränkt bin, mehr freue, als über rein handwerkliche Aufträge, ist klar. Doch die Fähigkeiten für solch freie Illustrationen habe ich mit letztendlich bei den anderen Arbeiten erst angeeignet. Insofern halte ich sie für sehr wichtig und mache sie gar nicht ungern.
Airbrush-Zeitung: Zum Schluss noch kurz ein Thema, welches Sie am Telefon angedeutet haben: Sie ziehen in neue Räume?
Härlin: Ja. Endlich habe ich mein Traum-Atelier gefunden und im Sommer ist es soweit Dann kann ich auch ohne Bedenken mal einen Kunden zu mir einladen. Hier in meinen alten Räumen war das ja nicht so ohne weiteres möglich.
Airbrush-Zeitung: Ich wünsche Ihnen jetzt schon viel Erfolg dort und bedanke mich für unser Gespräch.