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	<title>Airbrush-Zeitung &#187; Spiegelung</title>
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	<description>Das 1. Deutsche Fachmagazin für die Spritzpistole</description>
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		<title>Spiegelungstheorie fortgesetzt</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Jun 2009 12:19:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CMM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theorie]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegelung]]></category>

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		<description><![CDATA[Zugegeben, das hat ein klein wenig gedauert diesmal, dafür hoffe ich aber, dass Sie mit dem Ergebnis was anfangen können. Leider waren die Grafiken in der gedruckten Ausgabe der Airbrush-Zeitung nicht digital angelegt worden. Sie einfach nur abzuscannen schien mir für meine Leser nicht gut genug. Darum habe ich alle Abbildungen dieser Fortsetzung neu angelegt.
Außerdem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Arbeitsbeispiel aus der Folge 2 zum Thema Spiegelung" rel="lightbox[]" href="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/spiegelung_zylinder.jpg"><img class="thumbleft" src="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/thumbs/thumbs_spiegelung_zylinder.jpg" alt="Arbeitsbeispiel aus der Folge 2 zum Thema Spiegelung" width="120" height="90" /></a>Zugegeben, das hat ein klein wenig gedauert diesmal, dafür hoffe ich aber, dass Sie mit dem <a title="Spiegelung 2" href="http://airbrush-zeitung.de/theorie/spiegelung_02/">Ergebnis</a> was anfangen können. Leider waren die Grafiken in der gedruckten Ausgabe der Airbrush-Zeitung nicht digital angelegt worden. Sie einfach nur abzuscannen schien mir für meine Leser nicht gut genug. Darum habe ich alle Abbildungen dieser Fortsetzung neu angelegt.</p>
<p>Außerdem plane ich demnächst ein Tutorial zum hier verwendeten Arbeitsbeispiel. Wer also nichts verpassen möchte, sollte sich am besten registrieren – dann kommen automatisch E-Mail-Benachrichtigungen, wenn sich in der digitalen Airbrush-Zeitung etwas tut. Sollten Sie weitere Ideen haben, wie ich Ihnen das Airbrusher-Leben erleichtern kann, lassen Sie&#8217;s mich bitte wissen.</p>
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		<title>Spiegelung 2</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Jun 2009 12:02:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CMM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegelung]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie]]></category>

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		<description><![CDATA[Zwar hatte ich Ihnen in der letzten Folge dieser Serie im Heft 1/86 einen Beitrag über Perspektive und ihren hilfreichen Einsatz bei der Lösung von Spiegelungsproblemen angekündigt, doch die in der Zwischenzeit eingegangenen Leser-Reaktionen ließen mich dieses Thema nochmals verschieben.
Vielmehr möchte ich in dieser Folge auf gewölbte Oberflächen eingehen. Wir werden die Frage lösen, was [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zwar hatte ich Ihnen in der <a title="Spiegelung 1" href="http://airbrush-zeitung.de/theorie/spiegelung_01/">letzten Folge dieser Serie</a> im Heft 1/86 einen Beitrag über Perspektive und ihren hilfreichen Einsatz bei der Lösung von Spiegelungsproblemen angekündigt, doch die in der Zwischenzeit eingegangenen Leser-Reaktionen ließen mich dieses Thema nochmals verschieben.</p>
<p>Vielmehr möchte ich in dieser Folge auf <strong>gewölbte Oberflächen</strong> eingehen. Wir werden die Frage lösen, was ein Betrachter auf einem bestimmten Punkt einer spiegelnden Fläche sieht, wenn diese nicht eben &#8211; wie in der letzten Folge -, sondern eben gewölbt ist.</p>
<p>Wann immer Sie in Zukunft Spiegelungen in gewölbten Flächen darstellen, sollten Sie wenigstens in groben Zügen mit Hilfe der hier gelernten Theorie sicherstellen, dass Sie es auch richtig tun.</p>
<p>Zuerst definieren wir eine gewölbte Oberfläche als Summe vieler Kugelausschnitte mit verschiedenen Radien. Selbst völlig unsymmetrisch geformte Körper lassen sich ja meist auf eine Ansammlung von geometrischen Grundformen zurückführen.</p>
<p><a title="Abbildung 1" rel="lightbox[]" href="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/spiegelung_013.gif"><img class="thumbright" src="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/thumbs/thumbs_spiegelung_013.gif" alt="Abbildung 1" width="120" height="90" /></a>Es vereinfacht die Arbeit erheblich, wenn man ein Gesamtproblem in einzelne Teilprobleme zerlegt. In der Abbildung 1 (rechts) habe ich zum leichteren Verständnis einmal eine komplexe Linie mit Hilfe mehrerer Kreisbögen mit verschiedenen Durchmessern konstruiert. Die für Illustratoren meist unumgängliche zweidimensionale Darstellung einer Kugel ergibt ja in ihren Umrissen bekanntlich einen Kreis.</p>
<p><a title="Abbildung 2" rel="lightbox[]" href="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/spiegelung_014.gif"><img class="thumbright" src="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/thumbs/thumbs_spiegelung_014.gif" alt="Abbildung 2" width="120" height="90" /></a>Da ich niemandem, natürlich auch mir selbst nicht, zumuten möchte, alle Gedankenvorgänge ausschließlich im Kopf nachzuvollziehen, habe ich als Arbeitsbeispiel einen recht einfachen Körper (Abb. 2) ausgewählt Daran werden wir in der Praxis jetzt unsere geistigen Höhenflüge verfolgen.</p>
<p>Wir beginnen damit, dass wir an einigen Stellen Schnitte durch den Körper legen. Bedingung für die Richtung der Schnittebene: sowohl der Gegenstand, als auch der Betrachter müssen von ihr geschnitten oder tangiert werden. Man muss dabei nicht übertreiben, was die Menge der Schnittebenen angeht. Einige wenige reichen meist vollständig aus. Die nicht durchkonstruierten Flächenteile können freihändig fertiggestellt werden. Zeichnen Sie dann die Schnittkontur und die Position des Betrachters maßstabsgetreu ein. Auch die Lage der Lichtquelle, beziehungsweise der Lichteinfallswinkel sollten festgelegt werden.</p>
<p>Bitte denken Sie immer daran, dass bei den meisten Illustrationen die Positionen der vier Hauptelemente <strong>„Betrachter, darzustellender Gegenstand, Lichtquelle und Umgebung&#8221;</strong> völlig im Ermessen des Künstlers liegen. Immer wieder habe ich bei meiner Lehrtätigkeit festgestellt, dass Schüler unter sich ihre Aufgabe durch eine komplizierte Komposition unnötig schwer machen. Es ist absolut legitim und „kunstgerecht&#8221;, die Komposition dem Motiv anzupassen und nicht umgekehrt.</p>
<p><a title="Abbildung 3" rel="lightbox[]" href="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/spiegelung_015.gif"><img class="thumbleft" src="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/thumbs/thumbs_spiegelung_015.gif" alt="Abbildung 3" width="120" height="90" /></a>Anhand der Schnittebene A aus der Abbildung 3 konstruieren wie jetzt den sichtbaren Bereich der Körperoberfläche und die Spiegelungen aus der Umgebung in ihr. Dazu projizieren wir die Schnittebene in die Zeichnungsebene, sprich: auf unser Blatt Papier (Abb. 4). Verwenden Sie bitte Transparent- oder Layoutpapier, da später noch Arbeitsschritte kommen, bei denen eine Durchsichtigkeit des Papiers zur Vereinfachung erheblich beiträgt.</p>
<p><a title="Abbildung 4" rel="lightbox[]" href="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/spiegelung_016.gif"><img class="thumbright" src="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/thumbs/thumbs_spiegelung_016.gif" alt="Abbildung 4" width="120" height="90" /></a>Für den Illustrator reicht es aus, wenn er eine sogenannte „Näherungslösung&#8221; für sein Problem bekommt. Es würde im Rahmen dieses Artikels viel zu weit führen, den geometrisch hundertprozentig richtigen Lösungsweg aufzuzeigen und womöglich auch noch zu beweisen. Dies überlassen wir getrost den Mathematikern.</p>
<p>Wichtig für die Konstruktion ist immer die Lage der Mittelpunkte der einzelnen Kreisbögen, aus der sich die Schnittlinie zusammensetzt. Sie zu finden verrate ich Ihnen einen ganz einfachen Trick. Zeichnen Sie auf einem zweiten Bogen mehrere konzentrische Vollkreise mit wachsenden Radien. Legen Sie dann dieses Blatt unter Ihre Schnittlinienzeichnung und verschieben Sie beides solange gegeneinander, bis irgendeiner der Kreise sich mit einem möglichst großen Teil der Schnittlinie deckt Markieren Sie die deckungsgleichen Kreissegmente sowie deren Mittelpunkt.</p>
<p><a title="Abbildung 5" rel="lightbox[]" href="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/spiegelung_017.gif"><img class="thumbleft" src="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/thumbs/thumbs_spiegelung_017.gif" alt="Abbildung 5" width="120" height="90" /></a>Unsere erste Teilaufgabe besteht nun darin, den vom Betrachter aus sichtbaren Bereich der Körperoberfläche einzugrenzen. Dazu konstruiert man die Tangenten, die gleichzeitig auch durch den Standpunkt des Betrachters führen müssen, an die äußeren Kreisbogen. Wie diese Konstruktion gemacht wird, sehen Sie in Abb. 5.</p>
<p>Verbinden Sie den Mittelpunkt M des in Frage kommenden Kreisabschnittes mit dem Standpunkt P des Betrachters. Diese Strecke wird halbiert und Sie erhalten den Punkt Mr. Zeichnen Sie jetzt einen Kreis um Mr, der durch die beiden Punkte M und P geht Die Schnittpunkte T1 und T2 sind die beiden möglichen Berührungspunkte der Tangenten.</p>
<p>Der nächste Arbeitsschritt ist komplizierter. Mit Hilfe einiger Sehstrahlen werden wir feststellen, welcher Bereich des Hintergrundes sich in welchem Bereich der Körperoberfläche spiegelt.</p>
<p>Erinnern Sie sich bitte an das 2. Reflexionsgesetz. Es lautet: <strong>Der Einfallswinkel eines Licht- oder Sehstrahles ist gleich dem Ausfallswinkel</strong>. Wem der Beweis dafür fehlt, oder wer das Gesetz nochmals durcharbeiten möchte, lese bitte in der <a title="Spiegelung 1" href="http://airbrush-zeitung.de/theorie/spiegelung_01/">ersten Folge dieser Serie</a> in Heft 1/86 nach. Die Konstruktion der Ein- und Ausfallswinkel an einer ebenen Fläche wurde dort auch gezeigt.</p>
<p><a title="Abbildung 6" rel="lightbox[]" href="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/spiegelung_018.gif"><img class="thumbright" src="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/thumbs/thumbs_spiegelung_018.gif" alt="Abbildung 6" width="120" height="90" /></a>Wie konstruiert man zwei gleiche Winkel an einer gewölbten Oberfläche? In Abbildung 6 können Sie die Konstruktion für einen einzelnen Strahl nachvollziehen. Zeichnen Sie bitte zuerst einmal den einfallenden Sehstrahl auf einen bestimmten Punkt der gebogenen Fläche. Im Beispiel ist das die Linie PB.</p>
<p>Danach verbinden Sie den Mittelpunkt M des Kreises mit dem Auftreffpunkt B des Sehstrahles und verlängern diese Linie h über B hinaus. Der Winkel a1 ist der Einfallswinkel. In dieser Zeichnung wird übrigens sehr schön klar, warum der Einfallswinkel immer an der Senkrechten im Einfallspunkt gemessen wird.</p>
<p>Zum Antragen des Ausfallwinkels a2 reichen nun zwei Zirkelschläge. Stechen Sie mit einem beliebigen Radius im Punkt B ein und zeichnen einen Halbkreis. Dieser schneidet die Linie h im Punkt Mh und den einfallenden Sehstrahl im Punkt S1. Ziehen Sie einen Kreis um den Punkt MH mit dem Radius m und es ergibt sich als Schnittpunkt der beiden letzten Kreise der Punkt S2. Verbinden Sie nur noch B mit S2 und Sie haben die Richtung des ausfallenden Sehstrahles.</p>
<p><a title="Abbildung 7" rel="lightbox[]" href="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/spiegelung_019.gif"><img class="thumbleft" src="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/thumbs/thumbs_spiegelung_019.gif" alt="Abbildung 7" width="120" height="90" /></a>Nachdem die Konstruktion für einen Strahl klar ist, sollte auch die für ein Bündel von Strahlen keine Schwierigkeiten mehr bereiten. In der Abbildung 7 sehen Sie ein Beispiel.</p>
<p>Jetzt haben wir also eine doch recht kompliziert aussehende Zeichnung &#8211; was können wir damit anfangen?</p>
<p><a title="Abbildung 8" rel="lightbox[]" href="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/spiegelung_020.gif"><img class="thumbright" src="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/thumbs/thumbs_spiegelung_020.gif" alt="Abbildung 8" width="120" height="90" /></a>Zum Weiterarbeiten müssen wir die Gesamtkomposition der Illustration mit einbeziehen. Stellen Sie also die gerade angefertigte Zeichnung einmal in die Umgebung, die Sie sich für Ihre Illustration ausgedacht haben, wie in Abbildung 8.</p>
<p>Selbst wenn die von Ihnen konstruierten Sehstrahlen nicht genau auf ein Objekt aus der Umgebung Ihres Motivs gerichtet sind, können Sie dennoch dessen Spiegelung in der Oberfläche schon recht genau bestimmen. Sie müssen lediglich die fehlenden Verbindungen zwischen einzelnen, dank der genauen Konstruktion festliegenden Punkten, einzeichnen. Der Mathematiker nennt diese Technik interpolieren.</p>
<p>Da die konstruktive oder rechnerische Interpolation viel zu aufwendig wäre, verlassen wir uns bei diesen Zwischenschritten auf unsere Erfahrung. Die Verbindungen zwischen den einzelnen sicher ermittelten Punkten wird also „frei Hand&#8221; eingezeichnet.</p>
<p>Für unser Beispiel habe ich mir einen fiktiven Raum ausgedacht mit Boden, Wand und Decke. Wie Sie sehen, werden die Ecken natürlich nicht von einem der vorher konstruierten Sehstrahlen genau getroffen. Trotzdem können wir den Abbildungspunkt auf der spiegelnden Oberfläche &#8211; zumindest näherungsweise &#8211; relativ leicht einzeichnen. Wer&#8217;s ganz genau wissen will, müsste jetzt noch mehr Strahlen in Richtung auf die Raumkanten einkonstruieren.</p>
<p>Auch die Spiegelung der Lichtquelle in der Körperoberfläche kann auf diese Art und Weise bestimmt werden. Markieren Sie sich die wichtigsten Bereiche und Punkte der Spiegelung in Ihrer Schnittzeichnung.</p>
<p>Da die genaue Lage von Motiv und Lichtquelle ja gegeben war, ist es ein Leichtes, auch den Schatten zu konstruieren. In Abbildung 8 habe ich ihn eingezeichnet. Natürlich spiegelt sich dieser Schatten auch auf dem Spiegelkörper.</p>
<p>Je glatter übrigens eine Fläche ist, desto scharfkantiger bildet sich die Umgebung in ihr ab. Der Illustrator ist in der glücklichen Lage, solche Überschärfen noch extremer darzustellen, als zum Beispiel der Fotograf. Nutzen Sie diesen Umstand weidlich aus. Allerdings sollte man auch nicht übertreiben. Das richtige Mittelmaß zu finden, ist Erfahrungssache &#8211; dafür habe ich keine Regel.</p>
<p>Die letzte nötige Konstruktion besteht in der Rückführung der Schnittzeichnung in die ursprünglich dreidimensionale Abbildung. Nehmen Sie diese Transformation nach Augenmaß vor.</p>
<p>Nachdem nun die Spiegelungen im Motiv eingezeichnet und mit Hilfe von ein klein wenig Theorie untermauert worden sind, müssen Sie nur noch die Farbe ins Spiel bringen.</p>
<p>Sehr wichtig bei spiegelnden Oberflächen: die gesamte Umgebung spiegelt sich in ihren Originalfarben, wenn das Material des Körpers keine Eigenfarbe besitzt. In unserem Beispiel bin ich von Chrom ausgegangen, darum gebe ich auch die Originalfarben wieder. Bei farbigen Spiegeln müssen Sie die Originalfarbe so darstellen, als würden Sie sie durch einen Filter von der Eigenfarbe des Spiegelmaterials betrachten. Beispiel Gold: blauer Himmel wird leicht grünstichig.</p>
<p>Die letzte Anweisung gehört eigentlich schon gar nicht mehr in die Spiegelungstheorie, sondern zum Thema Farbe. In einem der nächsten Hefte der Airbrush-Zeitung werde ich im Zusammenhang mit der Serie „Farbe&#8221; einmal darauf eingehen.</p>
<p>Für diesmal habe ich ihnen hoffentlich genug „Futter&#8221; gegeben. Bleibt mir nur noch, Ihnen viel Vergnügen zu wünschen &#8211; und sollten Sie einmal einen Einfallswinkel vor lauter Ausfallswinkeln nicht mehr finden, bleibt Ihnen immer noch die „empirische&#8221; Methode: Probieren geht über Studieren!</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
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		<title>Spiegelungen online</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Apr 2009 07:02:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CMM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theorie]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegelung]]></category>

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		<description><![CDATA[

	

Der erste Beitrag in der Hauptrubrik &#8220;Theorie&#8221; ist fertig: &#8220;Spieglein, Spieglein an der Wand&#8230;&#8221; lautete der Originaltitel in der Ausgabe 1/86 der gedruckten Airbrush-Zeitung. Inhaltlich musste nichts aktualisiert werden, lediglich die Darstellung fürs Internet wurde angepasst.
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<a href="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/spiegelung_007.gif" title="Abbildung 7" rel="lightbox[singlepic61]" >
	<img class="ngg-singlepic ngg-right" src="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/cache/61__140x240_spiegelung_007.gif" alt="Abbildung 7" title="Abbildung 7" />
</a>
Der erste Beitrag in der Hauptrubrik <strong>&#8220;Theorie&#8221;</strong> ist fertig: <a title="Theorie: Spiegelungen" href="http://airbrush-zeitung.de/theorie/spiegelungen/"><strong>&#8220;Spieglein, Spieglein an der Wand&#8230;&#8221;</strong></a> lautete der Originaltitel in der Ausgabe 1/86 der gedruckten Airbrush-Zeitung. Inhaltlich musste nichts aktualisiert werden, lediglich die Darstellung fürs Internet wurde angepasst.</p>
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		<title>Spiegelung 1</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Apr 2009 12:11:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>CMM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegelung]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie]]></category>

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		<description><![CDATA[Spieglein, Spieglein an der Wand&#8230;
Jeder von Ihnen, der schon mal versucht hat, spiegelnde Oberflächen darzustellen, müßte das Problem kennen: Was sieht man in einer Spiegelfläche, wenn deren Lage, der Standpunkt des Betrachters und der Vordergrund vor der Spiegelfläche bekannt sind?

 
Relativ einfach ist die Lösung, wenn man ein Originalmodell des spiegelnden Gegenstandes hat und dieses [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Spieglein, Spieglein an der Wand&#8230;</h3>
<p><strong>Jeder von Ihnen, der schon mal versucht hat, spiegelnde Oberflächen darzustellen, müßte das Problem kennen: Was sieht man in einer Spiegelfläche, wenn deren Lage, der Standpunkt des Betrachters und der Vordergrund vor der Spiegelfläche bekannt sind?</strong></p>
<p><strong><img class="ngg-singlepic ngg-none" src="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/spiegelung_002.jpg" alt="Abbildung 2" /><br />
 </strong></p>
<p>Relativ einfach ist die Lösung, wenn man ein Originalmodell des spiegelnden Gegenstandes hat und dieses zum Beispiel fotografisch abbilden kann. In solch einer Fotovorlage lassen sich ziemlich problemlos kleine Änderungen und Korrekturen vornehmen.</p>
<p>Eine weitere Methode, das Problem anzugehen, besteht darin, sich irgendeinen spiegelnden Gegenstand zu besorgen und durch Experimente die Lage von Auge, Spiegeloberfläche und abzubildendem Punkt nachzustellen. Die so gewonnenen Erkenntnisse überträgt man dann in die eigene Illustration.</p>
<p>Beide vorgenannten Arbeitsweisen haben jedoch den Nachteil, dass sie sich eben nicht jedesmal anwenden lassen. Und natürlich sind die Ergebnisse immer nur so genau, wie Ihre Versuche, die dazu geführt haben.</p>
<p>Im heutigen Beitrag möchte ich Ihnen die theoretischen Grundlagen aller Spiegelungen an die Hand geben, mit denen Sie Ihre späteren Experimente nach den genannten Methoden absichern können.</p>
<p>Gerade bei spiegelnden Oberflächen beruht der größte Nachteil auf der Tatsache, dass alle Reflexe richtig gesetzt werden. Wenn Sie sich einigermaßen mit der Theorie auskennen, wird Ihnen die Darstellung hochglänzender Objekte von Mal zu Mal leichter fallen. Damit wir uns nun aber nicht falsch verstehen, möchte ich mit einem Zitat aus Goethes Faust in das folgende Kapitel überleiten:</p>
<p><strong>„Grau, teurer Freund, ist alle Theorie und grün des Lebens Baum&#8221;.</strong> Will sagen: Theorie und Praxis sollte man beherrschen, um optimale Ergebnisse zu erzielen! In den kommenden Ausgaben der Airbrush-Zeitung werde ich darum mehr auf die Praxis, bzw. die Verbindung zwischen Theorie und Praxis eingehen.</p>
<h3>Einfallswinkel ist gleich Ausfallswinkel</h3>
<p>Für alle Spiegelungen ist dies der wichtigste Lehrsatz. Ihn einigermaßen zu erklären, zwingt mich, etwas weiter auszuholen. Um niemanden – vor allem mich selbst nicht – zu überfordern, werde ich jedoch so stark verallgemeinern und vereinfachen, wie es fürs Verständnis gerade noch möglich ist.</p>
<p>Licht besteht aus, von einem strahlenden Körper ausgesandten, elektromagnetischen Wellen, die sich nach allen Seiten gleichmäßig und geradlinig ausbreiten. Es bildet sich ein sogenanntes Strahlenbündel.</p>
<p><strong>Klicken Sie auf die kleinen Abbildungen, um eine größere Darstellung in einem neuen Fenster ansehen zu können. Dazu muss Javascript in Ihrem Browser aktiviert sein.</strong></p>
<p><a title="Abbildung 1" rel="lightbox[]" href="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/spiegelung_001.gif"><img class="ngg-singlepic ngg-left" style="border: 1px solid #ff6347; margin: 0pt 10px 0pt 0pt; padding: 5px;" src="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/thumbs/thumbs_spiegelung_001.gif" alt="Abbildung 1" width="100" height="150" /></a>Zur Erklärung unseres Lehrsatzes über Ein- und Ausfallswinkel müssen wir – rein theoretisch – einen einzelnen Strahl aus einem solchen Bündel herausfiltern. (Abb. 1)</p>
<p>Dieser eine Lichtstrahl wird uns durch die gesamte Spiegelungstheorie begleiten. Ihn sich vorstellen zu können, ist Voraussetzung, um das Folgende zu verstehen.<br />
 Gestatten Sie mir an dieser Stelle einen kurzen Exkurs in die Aufgaben der Illustration. Sie wird meist dort eingesetzt, wo andere Techniken, wie die Fotografie oder das Modell, versagen. Sie soll Inhalte und/oder Zusammenhänge verdeutlichen.</p>
<p>Eine <strong>gute </strong>Illustration zeichnet sich dadurch aus, dass der Betrachter ohne wenn und aber diese Inhalte und/oder Zusammenhänge versteht. Optimal wäre eine Darstellung <strong>ohne jeglichen Fehler</strong>. Dies ist leider nur sehr selten zu verwirklichen – aber Sie werden mir zugeben: je näher wir diesem Idealbild kommen, desto besser.</p>
<p>Jeder Illustrator sollte sich daher die größte Mühe geben, so wenige Fehler wir möglich zu machen. Natürlich tun das die meisten – doch den wenigsten gelingt es. Theoretische Grundlagenkenntnisse sind ein großer Schritt auf dem Weg zur Perfektion. Von allen Kollegen, die ich kenne, sind die am weitesten gekommen, die diesen sicherlich mühsamen Schritt auf sich genommen haben.</p>
<p><strong>Schwache </strong>Illustrationen werden meist nur gefühlsmäßig als schwach eingestuft. Der Grund dafür sind oft logische Fehler im Aufbau – ohne genau sagen zu können, was daran stört. Solche Fehler können Sie vermeiden! Das einzige, was Sie dafür tun müssen: Eignen Sie sich viel theoretisches Wissen an und kontrollieren Sie damit Ihre Arbeiten.</p>
<p><a title="Abbildung 2" rel="lightbox[]" href="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/spiegelung_002.jpg"><img class="ngg-singlepic ngg-right" style="margin: 0pt 0pt 0pt 10px; border: none;" src="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/thumbs/thumbs_spiegelung_002.jpg" alt="Abbildung 2" width="100" height="150" /></a>Zurück zu unserem Problem und unserem Lehrsatz. In der Abbildung 2 habe ich einen kleinen Versuch aufgebaut. Auf einer Scheibe, die in Winkelgrade aufgeteilt ist, wurde genau in 90-Grad-Richtung ein kleiner Spiegel befestigt. Die Spiegelfläche selbst steht senkrecht zur Scheibenebene.</p>
<p>Mit Hilfe einer einfachen Schlitzblende wurde dann aus einem breiten Lichtkegel eines Scheinwerfers ein möglichst schmales Strahlenbündel herausgefiltert und genau auf den Mittelpunkt der Scheibe gerichtet. Der Spiegel reflektiert den Strahl. Der Winkel zwischen dem einfallenden Strahl und dem Lot auf der Spiegelfläche in dem Punkt, wo der Strahl auftrifft, ist der <strong>Einfallswinkel</strong>. Und der Winkel zwischen dem Lot und dem reflektierten Strahl ist der <strong>Ausfallswinkel</strong>.</p>
<p>An der Gradeinteilung auf der Scheibe können wir nun ablesen, dass der Einfallswinkel genauso groß ist wie der Ausfallswinkel. Damit haben wir für unsere Zwecke das sogenannte <strong>„2. Reflexionsgesetz&#8221;</strong> bewiesen. In der Abbildung 2 können wir auch das <strong>„1. Reflexionsgesetz&#8221;</strong> erkennen: Einfallender Lichtstrahl, Lot im Auftreffpunkt und ausfallender Lichtstrahl liegen in einer Ebene, im Bild die Scheibenebene.</p>
<p><a title="Abbildung 3" rel="lightbox[]" href="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/spiegelung_003.gif"><img class="ngg-singlepic ngg-left" style="border: 1px solid #ff6347; margin: 0pt 10px 0pt 0pt; padding: 5px;" src="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/thumbs/thumbs_spiegelung_003.gif" alt="Abbildung 3" width="100" height="150" /></a>Von oben betrachtet und grafisch vereinfacht sieht das Ganze so aus wie in Abbildung 3.</p>
<p>Als Arbeitsbeispiel habe ich einen einfachen <a title="Metallic-Buchstabe" href="http://airbrush-zeitung.de/tutorials/metallic-buchstabe/">metallischen Buchstaben</a> wie in unserer Rubrik <strong>„<a title="Tutorialseiten" href="http://airbrush-zeitung.de/tutorials/">Tutorials</a>&#8220;</strong> (früher: &#8220;Die Seiten zum Nachmachen&#8221;) ausgewählt. Wenn Sie also Lust bekommen, können Sie versuchen, die theoretischen Grundlagen gleich anzuwenden.</p>
<p><a title="Abbildung 4" rel="lightbox[]" href="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/spiegelung_004.gif"><img class="ngg-singlepic ngg-right" style="border: 1px solid #ff6347; margin: 0pt 0pt 0pt 10px; padding: 5px;" src="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/thumbs/thumbs_spiegelung_004.gif" alt="Abbildung 4" width="100" height="150" /></a>Verdeutlichen wir uns doch zuerst einmal die genaue Lage von Motiv, Lichtquelle und Betrachter. In der Abbildung 4 sehen Sie eine Skizze, die Ihnen die Situation verdeutlichen soll. Um mit geometrischen Gesetzen zu arbeiten, muss die Darstellung jedoch wesentlich präziser sein. Darum das Ganze nochmal im Querschnitt (Abb. 5).</p>
<p><a title="Abbildung 5" rel="lightbox[]" href="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/spiegelung_005.gif"><img class="ngg-singlepic ngg-left alignnone" style="border: 1px solid #ff6347; margin: 0pt 10px 0pt 0pt; padding: 5px;" src="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/thumbs/thumbs_spiegelung_005.gif" alt="Abbildung 5" width="100" height="150" /></a>Wir gehen davon aus, dass der Buchstabe aus einem hochglänzenden, spiegelnden Material bestehen soll. In unserem Beispiel könnte dies Chrom sein. Damit wir Farbe richtig einsetzen, muss man sich vor Beginn einer Illustration über die Materialbeschaffenheit ganz klar werden. Chrom zum Beispiel hat im Grunde keine sichtbare Eigenfarbe – besonders dann nicht, wenn die Oberfläche spiegelblank poliert ist. Darum bilden sich Farben der Umgebung ohne jede Veränderung ab. Natürlich kann man, wie wir&#8217;s auch getan haben, durch die Wahl der Farbe den Materialcharakter unterstreichen.</p>
<p>Blau wird immer mit Technik, Metall oder Glanz in Verbindung gebracht. Es ist die Farbe des Himmels, der sich spiegelt. Am Himmel soll auch unsere Lichtquelle stehen, die Sonne. In einem späteren Beitrag gehen wir übrigens nochmal intensiv auf Wellenlänge und Farbe des Lichts ein. Auch die psychologische Wirkung von Farben werden wir dann abhandeln. Wir jedenfalls haben Blau als Grundfarbe unseres Buchstabens gewählt, um den metallischen Charakter zu unterstreichen.</p>
<p>Ehe wir anfangen, die eben gelernte Theorie in die Praxis umzusetzen, erlauben Sie mir noch eine Bemerkung zu spiegelnden Oberflächen. Sie wirken besonders dann hochglänzend, wenn extrem starke und sehr scharf begrenzte Kontraste verwendet werden. In unserem Beispiel haben wir an einigen Stellen ein fast schwarzes Blau neben das Weiß des Kartons gesetzt Wenn Sie mal darauf achten, werden Sie feststellen, dass eben diese Technik die Glanzwirkung noch verstärkt.</p>
<p>Doch nun genug der allgemeinen Vorbemerkungen und „in medias res&#8221;. In der Querschnittzeichnung (Abb. 5, oben) treffen wir unser Ausgangsproblem: <strong>Was sieht man an welcher Stelle einer spiegelnden Oberfläche, wenn ihre Lage und der Standpunkt des Betrachters gegeben sind?</strong></p>
<p><a title="Abbildung 6" rel="lightbox[]" href="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/spiegelung_006.gif"><img class="ngg-singlepic ngg-right" style="border: 1px solid #ff6347; margin: 0pt 0pt 0pt 10px; padding: 5px;" src="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/thumbs/thumbs_spiegelung_006.gif" alt="Abbildung 6" width="100" height="150" /></a>Zum leichteren Verständnis werden wir jetzt das Problem auflösen in einzelne Problemchen. Wir gehen also Schritt für Schritt vor. In der Abbildung 6 sehen Sie nur eine einzige spiegelnde Fläche und den Betrachter selbst. Alles wieder im Querschnitt.</p>
<p>Die Antwort auf die Frage von oben ist die gesuchte Lösung. Wie gehen wir aber nun vor, um diese Antwort zu finden? Nun, zuerst einmal zeichnen wir ein, unter welchem Winkel die Sehstrahlen – die übrigens nicht anders zu behandeln sind wie Lichtstrahlen – vom Betrachter aus auf die spiegelnde Oberfläche einfallen. Rein theoretisch müssten wir eine unendliche Anzahl von Strahlen zeichnen, ein Strahlenbündel wie in Abb. 1. Um unser Problem zu klären reicht jedoch, wenn wir nur die Grenzstrahlen verwenden.</p>
<p>Als Grenzstrahlen bezeichnen wir die beiden Sehstrahlen, die an die linke und rechte Kante der spiegelnden Oberfläche treffen. In dem Punkt, wo sie auftreffen, errichten wir im nächsten Schritt jeweils ein Lot auf der Spiegelfläche. Der Winkel zwischen Sehstrahl und Lot ist der Einfallswinkel.</p>
<p>Der eine oder andere von Ihnen wird sich sicher jetzt fragen, warum der Einfallswinkel nicht zwischen der spiegelnden Fläche und dem Sehstrahl gemessen wird. Die Antwort darauf ist recht einfach: Nicht immer ist eine Reflexionsfläche auch gerade. Bei gekrümmten Oberflächen wie einer Kugel oder einem Zylinder ist es leichter, in dem Punkt, wo ein Lichtstrahl auftritt, eine Senkrechte zu errichten und an dieser Senkrechten den Einfallswinkel zu messen. Darum hat man sich in der Physik darauf geeinigt, Einfallswinkel immer am Lot im Auftreffpunkt zu messen.</p>
<p>Zurück zu unserem Lösungsweg. Wenn wir den Einfallswinkel kennen, können wir auch den Ausfallswinkel konstruieren. Laut dem 2. Reflexionsgesetz sind sie ja gleich groß. Mit Zirkel und Lineal, wenn&#8217;s ganz genau sein soll oder mit einem einfachen Geodreieck mit Winkelmesser, wenn&#8217;s nicht so drauf ankommt, übernehmen Sie die Einfallswinkel der beiden Sehstrahlen und tragen sie auf der anderen Seite des Lotes an.</p>
<p><a title="Abbildung 7" rel="lightbox[]" href="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/spiegelung_007.gif"><img class="ngg-singlepic ngg-left" style="border: 1px solid #ff6347; margin: 0pt 10px 0pt 0pt; padding: 5px;" src="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/thumbs/thumbs_spiegelung_007.gif" alt="Abbildung 7" width="100" height="150" /></a>Es ergeben sich reflektierte Sehstrahlen, innerhalb derer der Bereich liegt, der sich in der Spiegelfläche abbildet. (Abb. 7)</p>
<p>Wenn wir jetzt diese Kenntnis auf unseren Buchstaben anwenden, sieht das Ganze im Querschnitt so aus wie in Abbildung 8 (unten).</p>
<p><a title="Abbildung 8" rel="lightbox[]" href="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/spiegelung_008.gif"><img class="ngg-singlepic ngg-right" style="border: 1px solid #ff6347; margin: 0pt 0pt 0pt 10px; padding: 5px;" src="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/thumbs/thumbs_spiegelung_008.gif" alt="Abbildung 8" width="100" height="150" /></a>Wie Sie unschwer feststellen können, befindet sich der Betrachter ebenfalls in dem Bereich, der sich in der Oberfläche des Buchstabens spiegelt. Dies genau ist häufig das Problem der Fotografen, die glänzende Gegenstände aufnehmen sollen. Meistens ist an irgendeiner Stelle die Kamera zu sehen. Und dann zeigen sich die Vorteile der Illustration: sie setzt dort ein, wo die Fotografie aufhört.</p>
<p>Nachdem wir nun festgestellt haben, welche Bereiche des Hintergrundes und der Umgebung sich in dem zu illustrierenden Buchstabens spiegeln, können wir darangehen, die Darstellung zu realisieren.</p>
<p>Das vorläufig letzte, aber für die Wirkung der Illustration sehr wichtige Problem, ist die Lage der Lichtreflexe. Um dieses Problem zu lösen, müssen wir umgekehrt vorgehen. Wir zeichnen in den Querschnitt die einfallenden Lichtstrahlen ein und konstruieren ihren Reflexionsstrahl. Also nicht vom Betrachter ausgehen, sondern von der Lichtquelle.</p>
<p>Per Definition fällt Sonnenlicht bekanntlich parallel ein. Deshalb arbeiten wir mit einer Schar von parallelen Geraden. Suchen müssen wir nach reflektierten Strahlen, die in Richtung des Betrachters gehen.</p>
<p><a title="Abbildung 9" rel="lightbox[]" href="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/spiegelung_009.gif"><img class="ngg-singlepic ngg-left" style="border: 1px solid #ff6347; margin: 0pt 10px 0pt 0pt; padding: 5px;" src="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/thumbs/thumbs_spiegelung_009.gif" alt="Abbildung 9" width="100" height="150" /></a><a title="Abbildung 10" rel="lightbox[]" href="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/spiegelung_010.gif"><img class="ngg-singlepic ngg-left" style="border: 1px solid #ff6347; margin: 0pt 10px 0pt 0pt; padding: 5px;" src="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/thumbs/thumbs_spiegelung_010.gif" alt="Abbildung 10" width="100" height="150" /></a>Nur diese kann nämlich der Betrachter auch sehen! Bei unserem Buchstabenbeispiel ist dies recht einfach festzustellen. Es gibt nur eine einzige Stelle, die diese Bedingung erfüllt (siehe Abb. 9+10).</p>
<p>Es ist die Kante zwischen Oberfläche und Facette. Je breiter Sie nun die Lichtkante stehen lassen, desto runder wird diese Kante wirken. Oder andersrum: je schmaler die Lichtkante wird, desto scharfkantiger wirkt sie. Beim Spritzen lassen wir solche Lichtkanten bis zum Schluss zugeklebt. Wir arbeiten mit dem Weiß des Illustrationskartons, um Wirkung zu erzielen. Diese Regel hat zwar mit unserem Generalthema „Spiegelungen&#8221; nicht direkt zu tun, doch sollten sie so gut wie möglich versuchen, sie zu beherzigen. Lediglich überstrahlende Lichtreflexe werden nachträglich mit deckendem Weiß aufgesetzt.</p>
<p>Diese überstrahlenden Reflexe sollen für heute den Abschluss unseres Ausfluges in die Theorie bilden. Auch für sie gibt es ein paar Regeln, die meiner Erfahrung nach einfach zu selten beherzigt werden. Damit auch Sie zukünftig zu denen gehören, die überstrahlende Lichtreflexe „richtig“ darstellen, verrate ich jetzt diese Regeln.</p>
<p><a title="Abbildung 11" rel="lightbox[]" href="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/spiegelung_011.gif"><img class="ngg-singlepic ngg-right" style="border: 1px solid #ff6347; margin: 0pt 0pt 0pt 10px; padding: 5px;" src="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/thumbs/thumbs_spiegelung_011.gif" alt="Abbildung 11" width="100" height="150" /></a>Das Allerwichtigste ist, dass diese Reflexe nicht zu kompakt angelegt werden. Der Betrachter darf sie lediglich ahnen. In der Abbildung 11 sehen Sie ein Beispiel dafür, wie es nicht gemacht werden sollte.</p>
<p><a title="Abbildung 12" rel="lightbox[]" href="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/spiegelung_012.gif"><img class="ngg-singlepic ngg-left" style="border: 1px solid #ff6347; margin: 0pt 10px 0pt 0pt; padding: 5px;" src="http://airbrush-zeitung.de/wp-content/gallery/spiegelungen/thumbs/thumbs_spiegelung_012.gif" alt="Abbildung 12" width="100" height="150" /></a>Auch nachdem diese Reflexe aufgespritzt worden sind, muss man die darunterliegenden Teile der Illustration noch gut erkennen können. Am Beispiel eines kreisförmigen Überstrahlungsreflexes möchte ich das demonstrieren. Angenommen die Gesamtfläche der aufgespritzten weißen Farbe hat einen Durchmesser von 20 mm, dann darf der deckende Teil lediglich etwa 2 mm ausmachen, also den zehnten Teil. Die nächste Abbildung zeigt den Unterschied zwischen richtig und falsch (siehe Abb. 12).</p>
<p>Genug für diesmal! In der nächsten Folge <strong>„Spiegelnde Oberflächen&#8221;</strong> werde ich Ihnen erklären, wie mit Hilfe der Perspektive das Thema „Spiegelungen&#8221; auf noch sicherere Füße gestellt werden kann.</p>
<p>Bis dahin haben Sie dann wahrscheinlich – oder hoffentlich – auch schon eigene Erfahrungen sammeln können. Vielleicht sind Ihre Trainingsarbeiten auch schon so gut, dass sie für die Rubrik „Lesergalerie&#8221; geeignet sind? Auf jeden Fall sollten Sie kräftig üben. Immerhin ist das eine der sogenannten „Binsenwahrheiten&#8221;: <strong>Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.</strong></p>
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